Die Corona-Krise zeigte und zeigt, welche Bedeutung die zuverlässige Abwasserentsorgung hat. Diese Leistungen werden alltäglich genutzt. Sie sind elementar für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Und sie funktionieren bestens und auf einem sehr hohen Niveau – auch im europäischen und internationalen Vergleich. Die Entsorgungssicherheit wird auch in der Zukunft verlässlich sichergestellt. Zu den Herausforderungen zählen unter anderem:
Klimatische Veränderungen/Klimafolgen: Die messbare Zunahme von Wetterextremen in Form von länger andauernden Hitzeperioden, Extremniederschlägen innerhalb kurzer Zeiträume oder starken Stürmen und daraus entstehenden Hochwassersituationen an den Küsten fordert zu neuen Anpassungsstrategien heraus. Aber auch der tiefgreifende Strukturwandel wie zum Beispiel in der Energiebranche, der demografische Wandel und die Digitalisierung führen zu Umbrüchen und Veränderungen.
Weitergehende Abwasserreinigung/Vierte Reinigungsstufe: Die Verunreinigung der Trinkwasserressourcen durch menschengemachte Schadstoffeinträge sowie der Eintrag von anthropogener Spurenstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte), Nährstoffen, Mikroplastik, multiresistenten Keimen und anderen Stoffen in den Gewässern nimmt stetig zu. Eine vierte Reinigungsstufe für Kläranlagen geht über das Niveau "Stand der Technik“, das im Wasserhaushaltsgesetz für die Abwasserreinigung gefordert ist, hinaus und bezeichnet eine ganze Reihe verschiedener Optionen der Filtration. Sofern diese Maßnahmen kosteneffizient dargestellt werden können, leisten diese einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz.
Vermeidungsmaßnahmen und Einsatzbeschränkungen bei der Herstellung und beim Gebrauch von Produkten sind einer zusätzlichen Abwasserbehandlung vorzuziehen. Entsprechende rechtliche Vorgaben können im Wesentlichen nur auf EU- bzw. Bundesebene festgelegt werden. Gemeinsames Ziel von Politik und Wasserwirtschaft muss es sein, die mit dem Erhalt der Infrastruktur verbundenen Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig die Anstrengungen der Branche noch stärker als bisher im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.
In den kommenden Jahren ist im Rahmen der Energiewende mit der Stilllegung weiterer Braun- und Steinkohlekraftwerke zu rechnen. Die Mitverbrennung von Klärschlämmen in Kohlekraftwerken stellt bisher neben der Landwirtschaft ebenfalls einen wesentlichen Entsorgungsweg dar. Aktuell wurden hier weitere Kapazitäten geschaffen, sodass derzeit und voraussichtlich bis 2028 ausreichend Entsorgungskapazitäten zur Verfügung stehen. Bis 2029 werden Mitverbrennungskapazitäten sukzessive durch die höherwertige Monoverbrennung abgelöst.