Bericht zur Lage und Jahresabschluss 2020 der hanseWasser Bremen GmbH

Lagebericht 2020

1Grundlagen des Unternehmens

1.1Geschäftsmodell und Struktur des Unternehmens

Kernaufgabe der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen (im Folgenden „hanseWasser“) ist die Abwasserentsorgung für die Stadt Bremen und für die Region.

Mit dem Vertrag vom 21. Dezember 1998 und einer Beleihung für einen Großteil der hoheitlichen Aufgaben ist die Gesellschaft für wesentliche Aufgaben der Abwasserentsorgung in der Freien Hansestadt Bremen (im Folgenden „FHB“) zuständig. Darüber hinaus übernimmt hanseWasser im Rahmen von Verträgen zwischen der FHB und den Nachbargemeinden deren Abwässer zur Reinigung und bietet Abwasserdienstleistungen sowie verschiedene entsorgungswirtschaftliche und planerische Leistungen im Markt an.

An der hanseWasser sind seit dem 1. Januar 1999 die Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen, (im Folgenden „HVE“) mit 74,9 % und die FHB mit 25,1 % beteiligt. Zwischen der HVE und hanseWasser besteht Geschäftsführeridentität.

Ansicht: Findorff
Findorff

1.2Unternehmensstrategie

Die geregelte Abwasserentsorgung und -reinigung hat dazu beigetragen, dass die Lebenserwartung in Deutschland im vergangenen Jahrhundert um 30 Jahre gestiegen ist. Heute ist sie ein zentraler Bestandteil der Gesundheitspolitik und bedeutet Lebensqualität, Wohlstand und Sicherheit für die Bevölkerung. Den Menschen und der Umwelt in Bremen und der Region sind wir deshalb in besonderem Maße verpflichtet. 365 Tage im Jahr nehmen wir diese wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge wahr und sorgen für eine moderne und umweltgerechte Abwasserbeseitigung. Denn als Abwasserdienstleister und Partner der FHB übernehmen wir Verantwortung für die Gesundheit der Menschen und die hohe Lebensqualität in der Stadt – heute und in Zukunft.

Wir halten die Abwassergebühren seit dem Beginn des Kooperationsmodells auf einem stabilen Niveau und investieren gleichzeitig auf der Basis von Langfriststrategien jedes Jahr rund 35 Mio. € in die Abwasserinfrastruktur. Und das wollen wir auch in Zukunft so beibehalten.

1.3Unternehmenssteuerung

Die Steuerung des Unternehmens erfolgt durch ein integriertes Managementsystem und wird durch ein Risikomanagementsystem ergänzt. Das Controlling der hanseWasser umfasst alle Geschäftsbereiche und verfolgt den Grundsatz der Kongruenz von Aufgabe und Verantwortlichkeit.

Das Finanzmanagement der hanseWasser gewährleistet eine regelmäßige Liquiditätskontrolle und eine sachgerechte Kreditüberwachung.

Die einzelnen organisatorischen Bereiche und Stabsstellen sind für die Einhaltung ihrer Einzelbudgets einschließlich der Zielvorgaben für die Leistungserbringung verantwortlich, das Controlling übernimmt hierbei eine begleitende Rolle. Über die Hierarchieebenen werden vom Gesellschafter bis zum einzelnen Mitarbeiter*innen im Rahmen eines Zielvereinbarungsprozesses Ziele und Zielwerte abgeleitet und vereinbart.

Zielkartenrelevant sind die folgenden vier Themen:

  • Ergebnis: Angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals erreichen
  • Kunden/Qualität: Dienstleistungen und Kundenbeziehungen professionell und nachhaltig gestalten
  • Mitarbeiter/Produktivität: Produktivität, Anwesenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter kontinuierlich verbessern
  • Nachhaltigkeit/Zukunft: Nachhaltige Weiterentwicklung der Gesellschaft sichern

2Wirtschaftsbericht

2.1Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Konjunkturprognose für Deutschland haben die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute (vgl. DIW Berlin: Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2020) gegenüber dem Frühjahrsgutachten deutlich nach unten korrigiert. Im Frühjahr war für das Jahr 2020 noch ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 4,2 % prognostiziert worden, derzeit ist ein Minus von 5,4 % zu erwarten. Die Corona-Pandemie bzw. die Maßnahmen, die zu ihrer Eindämmung getroffen wurden, haben die Wirtschaftsleistung drastisch einbrechen lassen. Die bereits im Frühjahr einsetzende kräftige Gegenbewegung verlangsamt sich aktuell.

Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie verringert die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Der private Konsum ist ebenfalls massiv beeinträchtigt. Die weiterhin schwelenden Handelskonflikte zwischen den USA und China bzw. der Europäischen Union sowie das künftige Handelsregime zwischen Großbritannien und der EU wirken ebenfalls bremsend auf die konjunkturelle Entwicklung.

Die Rezession hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt und im Staatshaushalt. Im Sommer war die Arbeitslosenquote mit 6,4 % so hoch wie zuletzt 2015. Die krisenbedingten Arbeitsplatzverluste sind trotz der massiven Inanspruchnahme der Kurzarbeit hoch. Die wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur führen zu einem Rekorddefizit für den Gesamtstaat. Die Maastricht-Grenze von 3 % dürfte erst in 2022 wieder unterschritten werden. Prägend für die Entwicklung der Verbraucherpreise ist die temporäre Mehrwertsteuersenkung in der zweiten Jahreshälfte. Insgesamt gehen die Institute für 2020 von einer Inflationsrate von 0,5 % aus.

Die Prognosen sind mit besonderer Unsicherheit behaftet, da sich derzeit kaum abschätzen lässt, welche langfristigen Schäden die Corona-Krise in den Wirtschaftsstrukturen hinterlassen wird und wie die wirtschaftspolitischen Reaktionen wirken. So ist unsicher, wie viele Unternehmen durch die Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind. Sollte es zu einer größeren Insolvenzwelle kommen, würde sich dies in einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und einem Abschreibungsbedarf im Kapitalstock bemerkbar machen.

2.2Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Neben der Belastung des Abwassers mit anthropogenen Spurenstoffen sind neuerdings auch die Einträge von Mikroplastik und multiresistenten Keimen im Fokus von Öffentlichkeit und Politik. Die rot-grün-rote Regierungskoalition in Bremen hat sich darauf verständigt, in der Abwasserreinigung eine vierte Reinigungsstufe anzustreben, um diese Belastungen des Abwassers zu entfernen. hanseWasser hat mit dem Umweltbetrieb und der für die Wasserwirtschaft in Bremen zuständigen Behörde gemeinsame Handlungsempfehlungen für die weitergehende Abwasserreinigung in Bremen erarbeitet und in Form einer Roadmap mit Maßnahmen und Zeitplan konkretisiert. Die Handlungsfelder der Roadmap umfassen neben den Einleitungen aus Kläranlagen auch die Einleitungen durch Mischwasserentlastungen und aus der Regenwasserkanalisation. Begleitend ist eine gezielte Kommunikation der Maßnahmen und Aufklärung zur Vermeidung und Verminderung von Stoffeinträgen geplant.

Der Bundesrat hat am 27. April 2020 die neue Düngeverordnung (DüV-20) verabschiedet, die zum 1. Mai 2020 in Kraft getreten ist. Zentrale Punkte der Novellierung ist die Ablöse des Nährstoffvergleichs durch die Dokumentation der tatsächlichen Düngemaßnahmen, die Festlegung bundesweit einheitlicher Maßnahmen in nitratbelasteten Gebieten und der Auftrag an die Bundesländer, belastete Gebiete (sog. „rote Gebiete“) nach einheitlichen Kriterien bis Ende des Jahres auszuweisen. Die Maßnahmen dienen dazu für eine Begrenzung des Stickstoffgehaltes im Boden zu sorgen, was unter anderem durch die Verlängerung von Sperrzeiten für die Ausbringung von Dünger erreicht wird.

Die Klärschlammverordnung (Stand: 3. Oktober 2017) sieht als zentrales Element vor, dass nach Ablauf bestimmter Übergangsfristen bei allen Kläranlagen Phosphor aus dem Klärschlamm oder aus der Klärschlammverbrennungsasche zurückgewonnen werden muss. Die Pflicht zur Rückgewinnung von Phosphor greift in den Fällen, in denen der Klärschlamm einen Phosphorgehalt von 20 Gramm oder mehr je Kilogramm Trockenmasse aufweist. Die Verordnung gibt keine bestimmte Technologie zur Phosphorrückgewinnung vor, sondern lässt genügend Spielraum für den Einsatz oder die Entwicklung innovativer Rückgewinnungsverfahren.

Die derzeit praktizierte bodenbezogene Verwertung ist ab dem Jahr 2029 nur noch von Klärschlämmen aus Abwasserbehandlungsanlagen mit einer Ausbaugröße von bis zu 100.000 Einwohnerwerten und ab dem Jahr 2032 nur noch von Klärschlämmen aus Anlagen mit einer Ausbaugröße von bis zu 50.000 Einwohnerwerten zulässig.

Klimaschutz hatte bereits in der Vergangenheit einen hohen Stellenwert im gesamtgesellschaftlichen Gefüge. Die Bedeutung hat im laufenden Jahr weiter zugenommen. Hohe Erwartungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen gerade an Unternehmen der Daseinsvorsorge sind damit verknüpft.

Die Auswirkungen der Klimaveränderungen betreffen auch die Auslegung von Kanalanlagen in Deutschland. Gemeinsam mit der Umweltbehörde gestaltet hanseWasser diesen Veränderungsprozess. Geeignete Antworten zur Förderung der Anpassung an Klimafolgen wie beispielsweise die Einführung eines Starkregenvorsorgeportals in Bremen und Konzepte für eine Überflutungsvorsorge als kommunale Gemeinschaftsaufgabe sind bereits gefunden worden und werden auch in Zukunft weiterzuentwickeln sein.

„Von der Umwelterklärung zum Nachhaltigkeitsbericht“ – unter diesem Motto hat hanseWasser sich seit 2018 mit den Themen auseinandergesetzt, die heute oftmals unter der Überschrift „Nachhaltigkeit“ zusammengefasst werden. Allen voran die Frage: Wie können Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte und gesellschaftliche Verantwortung in Einklang gebracht werden, um langfristig verantwortungsbewusst und erfolgreich zu handeln? Ergebnis dieser intensiven und umfangreichen Diskussion ist der 2020 veröffentlichte hanseWasser-Nachhaltigkeitsbericht.

Die vielfältigen Aspekte der Digitalisierung beschäftigen auch zunehmend die Abwasserbranche. Neben der Schaffung weiterer erforderlicher Grundlagen und der Wahrnehmung von Entwicklungschancen stellt insbesondere die Einstufung als Kritische Infrastruktur mit dem IT-Sicherheitsgesetz und der Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen nach dem BSI-Gesetz (BSI-Kritisverordnung) besondere Anforderungen an die IT-Sicherheit und die Qualifikation von Fachkräften.

2.3Marktsituation der hanseWasser

Nach einem trockenen Winter gab es in 2020 einen sehr regenreichen Februar, die Monate März bis Juni waren dann wieder zu trocken und auch in der zweiten Jahreshälfte gab es weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel, sodass das Jahr 2020 mit knapp 600 L/m² insgesamt ein eher trockenes Jahr war.

Abwasserableitung und -reinigung

In 2020 wurden rd. 49,1 Mio. m³ Abwasser in den bremischen Kläranlagen gereinigt. Das entspricht dem Mittelwert der letzten fünf Jahre und liegt knapp 1 Mio. m³ über dem Vorjahr.

Die wasser- und abgaberechtlichen Anforderungen wurden sicher erfüllt. Die Schmutzfrachtminderung der Kläranlage Seehausen war bei allen relevanten Parametern in 2020 überdurchschnittlich gut. Auch die Kläranlage Farge hat in 2020 eine gute bis sehr gute Frachtminderung erreicht.

Entsorgung von Reststoffen

Von den beiden bremischen Kläranlagen wurden im Jahr 2020 rund 15.100 Mg Trockenmasse (TR) Klärschlamm einschließlich Co-Input entsorgt; davon durch Verbrennung 11.600 Mg TR, durch Verwertung als Dünger in der Landwirtschaft 1.200 Mg TR, und 2.300 Mg TR Klärschlamm wurden über entsprechende Notifizierungen in Dänemark verwertet.

Das mittelfristige Konzept zur Klärschlammentsorgung sieht in den nächsten fünf Jahren vornehmlich die thermische Verwertung vor.

Forschungs- und Entwicklungsprojekte

hanseWasser unterstützte und begleitete auch 2020 eine Reihe von Forschungs- und Entwicklungsprojekten – sowohl als fördermittelberechtigter Teilnehmer als auch als assoziierter Partner. 

Im Projekt „KLAS III (KLimaAnpassungsStrategie)“ wurde ein digitaler Stadtplan zur Gefahrenbeurteilung bei Starkregen online gestellt.

Das im Jahr 2017 gestartete Projekt PLAWES, bei dem es um die Problematik von Mikroplastik im Modellsystem Weser-Wattenmeer geht, wurde 2020 beendet. hanseWasser hat sich durch Beprobung der KA Seehausen und der Regenwasserkanalisation beteiligt. Die Ergebnisse bestätigen die hohe Eliminationsleistung von Kläranlagen für Mikroplastik.

Darüber hinaus beteiligte sich hanseWasser an dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Projekt „ScanBox“, das im Juni 2020 abgeschlossen wurde. Es wurde ein Produkt zur Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen auf das Büronetz entwickelt, mithilfe dessen verdächtige Muster in den Datenströmen identifiziert werden können.

3Geschäftsentwicklung

3.1Auswirkung der Corona-Pandemie

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus (SARS-CoV-2) wurde am 11. März 2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben in Deutschland ist seitdem zunehmend beeinträchtigt.

Die Geschäftsentwicklung von hanseWasser im Jahr 2020 war trotz der besonderen Herausforderungen einer weltweiten Pandemie gut. Im Rahmen des Krisen- und Notfallmanagements hat die hanseWasser Prozesse aufgesetzt, die regelmäßig getestet, geprüft und evaluiert werden. Diese greifen auch im Fall einer Pandemie. Die Möglichkeit, den Arbeitsplatz nach Hause zu verlegen, war für die Aufrechterhaltung wirtschaftlicher Aktivität und die Vermeidung gesundheitlicher Risiken entscheidend.

3.2Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung
in T€
01.01. –
31.12.2020
01.01. –
31.12.2019
Veränderung
Umsatzerlöse98.14296.8221.320
Andere aktivierte Eigenleistungen3.8183.536282
Materialaufwand-17.701-19.1521.452
Rohergebnis84.25981.2063.053
Sonstige betriebliche Erträge2.7555.590-2.835
Personalaufwand-28.253-27.386-867
Abschreibungen und Wertminderungen-28.894-24.443-451
Sonstige betriebliche Aufwendungen-6.965-7.641676
Betriebsergebnis26.90327.326-424
Finanzergebnis-8.453-8.004-449
Steuern (inkl. Sonstige Steuern)-6.697-7.060363
Ergebnisabführung gem. EAV-11.752-12.262510
Jahresüberschuss000

hanseWasser erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 98.142 T€. Damit sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 1.320 T€ gestiegen.

Die Leistungsverträge bewegten sich leicht über dem Vorjahresniveau und trugen mit einem Anteil von 271 T€ zu dieser Entwicklung bei.

Neben der Abwasserentsorgung für Bremen übernimmt hanseWasser – als Erfüllungsgehilfe für entsprechende vertragliche Verpflichtungen der FHB – die Abwasserentsorgung für Nachbargemeinden. Im Berichtsjahr betrug die entsorgte Menge 6,0 Mio. m³ (Vorjahr: 5,6 Mio. m³). Das Preisniveau der Nachbargemeinden folgte abhängigkeitsbedingt dem der Leistungsverträge, die Umsatzerlöse für die Nachbargemeinden erhöhten sich um 487 T€.

Die Klärschlammverwertung erfolgte fast ausschließlich durch die thermische Entsorgung. Die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung wird nur noch in geringerem Umfang in Anspruch genommen. Die Erlöse im Bereich der Klärschlammentsorgung verringerten sich um 1.225 T€.

Die Dienstleistungen für Dritte erhöhten sich um 1.382 T€. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen eine Steigerung der Umsatzerlöse aus Grundwassereinleitungen (334 T€), da in diesem Jahr mehr Bauprojekte als im Vorjahr anstanden. Weitere Erlössteigerungen wurden für unterstützende Dienstleistungen bei den Betriebsführungsverträgen der HVE für Ritterhude (106 T€) und erstmalig der KENOW (370 T€) erzielt. Die Erlöse aus der Co-Input Abwasserreinigung haben sich ebenfalls verbessert (248 T€).

Die Steigerung der Umsatzerlöse um 405 T€ im Vergleich zum Vorjahr bei den Ingenieurdienstleistungen konnte insbesondere durch das Großprojekt „Zeppelintunnel“ erreicht werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 2.835 T€ gegenüber dem Vorjahr auf 2.755 T€ gesunken. Diese Entwicklung ist insbesondere durch einmalige Effekte bei der Bewertung von Rückstellungen (2.600 T€) begründet. Die Rückstellung für die Sanierung der Klärschlammdeponie Edewecht konnte im Geschäftsjahr anteilig aufgelöst werden (1.439 T€), hier wurde eine Neueinschätzung der investiven Maßnahmen vorgenommen. Im Vorjahr betraf die Auflösung die Rückstellung für Erneuerung und Unterhaltung der Abwasseranlagen der A281 und der B6, die der Anpassung der bislang angewandten Aufzinsungsparameter aufgrund des geänderten Zinsumfeldes geschuldet war. Des Weiteren haben sich die Versicherungserstattungen (275 T€) gegenüber dem Vorjahr vermindert.

Der Materialaufwand verringerte sich um 1.451 T€ auf 17.701 T€. Dies ist im Wesentlichen auf die Mengenrückgänge im Bereich der Entsorgungsdienstleistungen für Klärschlamm zurückzuführen, infolgedessen die Aufwendungen um 1.876 T€ im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. Nennenswerte Preissteigerungen mussten im Bereich Kanalinstandhaltungsdienstleistungen insbesondere aufgrund von Lohn- und Materialkostensteigerungen akzeptiert werden (367 T€). Innerhalb der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stieg der Aufwand bei den Zusatzstoffen und Ersatzteilen (344 T€), gegenläufig entwickelten sich die Kosten für Energiebezug (312 T€).

Der Anstieg im Personalaufwand in Höhe von 867 T€ ist im Wesentlichen auf die Tarifsteigerungen zurückzuführen.

Die Abschreibungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 451 T€.

Die Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 676 T€ auf 6.965 T€ ist im Wesentlichen durch die Corona-Pandemie bedingt, da Projekte verschoben werden mussten und entsprechend weniger Dienst- und Fremdleistungen in Anspruch genommen wurden. Des Weiteren reduzierten sich ebenfalls die Aufwendungen für Deichverbandsbeiträge, Öffentlichkeitsarbeit, Reisekosten und Veranstaltungen.

Das negative Finanzergebnis erhöhte sich um 449 T€ auf 8.453 T€. Ursächlich hierfür ist der erhöhte Zinsaufwand aus der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen (603 T€). Gegenläufig wirken geringere Ausgaben für Zinsen auf Forfaitierungsdarlehen in Höhe von 180 T€.

Die Steuern verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 363 T€. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrafen in voller Höhe das Geschäftsjahr.

3.3Finanzlage

Die zusammengefasste Kapitalflussrechnung zeigt die Mittelzuflüsse und -abflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit. Der Cashflow wurde mittels der indirekten Methode entwickelt.

Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus Kassenbeständen 3 T€ (Vorjahr: 4 T€), Guthaben bei Kreditinstituten 497 T€ (Vorjahr: 124 T€) sowie kurzfristig in Anspruch genommener Kreditlinien 5.895 T€ (Vorjahr: 4.281 T€).

Zusammengefasste Kapitalflussrechnung
T€
01.01. –
31.12.2020
01.01. –
31.12.2019
I. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit48.63249.469
II. Cash Flow aus Investitionstätigkeit-28.372-26.201
III. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit-21.502-22.401
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds
(Summe I. – III.)
-1.242867
Finanzmittelfonds am Anfang der Berichtsperiode-4.153-5.020
Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode-5.395-4.153

Der Nettozufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Berichtszeitraum 48.632 T€ (Vorjahr: 49.469 T€). Dieser besteht im Wesentlichen aus dem Periodenergebnis (vor Ergebnisabführungen) in Höhe von 11.752 T€ (Vorjahr: 12.262 T€), bereinigt um zahlungsunwirksame Sachverhalte wie Abschreibungen in Höhe von 24.894 T€ (Vorjahr: 24.443 T€). Bei der indirekten Ermittlung wird der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit weiterhin durch die Veränderungen der Forderungen und sonstigen Aktiva in Höhe von 7.254 T€ (Vorjahr: -5.520 T€) sowie der Verbindlichkeiten und sonstigen Passiva -6.354 T€ (Vorjahr: 7.409 T€) beeinflusst.

Der Nettoabfluss aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 28.372 T€ (Vorjahr: 26.201 T€) resultiert im Wesentlichen aus den Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen 28.408 T€ (Vorjahr: 26.200 T€).

Der Nettoabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 21.502 T€ (Vorjahr: 22.401 T€) setzte sich zusammen aus der Tilgung der Forfaitierungsdarlehen in Höhe von 24.186 T€ (Vorjahr: 24.958 T€), aus der Ergebnisabführung an die Gesellschafter (inkl. Steuerumlagen) in Höhe von 19.056 T€ (Vorjahr: 19.104 T€) und gezahlten Zinsen in Höhe von 5.760 T€ (Vorjahr: 5.838 T€). Gegenläufig wirkt der Zufluss aus der Aufnahme der Forfaitierungsdarlehen in Höhe von 27.500 T€ (Vorjahr: 27.500 T€).

Zur Finanzierung des branchentypisch hohen Kapitaleinsatzes, der ein Vielfaches des Jahresumsatzes beträgt, hat hanseWasser bereits 1998 mit der FHB die kommunale Forfaitierung mit Einredeverzicht vereinbart.

Zur Finanzierung von Investitionen in Netz- und Eigenanlagen wurde im April 2020 der Forderungskaufvertrag Nr. 26 mit einem Volumen von 27.500 T€ abgeschlossen. Verkauft wurden Forderungen auf Erstattung von Restbuchwerten.

3.4Vermögenslage

Bilanzstruktur
T€

hanseWasser weist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit eine hohe Anlagenintensität mit entsprechender Kapitalbindung auf. So betrug der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens 94,5 % (Vorjahr: 93,2 %) und der des kurzfristig gebundenen Vermögens 5,5 % (Vorjahr: 6,8 %).

Der Anstieg beim Anlagevermögen um 3.529 T€ (Vorjahr: 1.735 T€) auf 482.733 T€ (Vorjahr: 479.204 T€) resultierte aus Investitionen in Höhe von 28.464 T€ (Vorjahr: 26.320 T€), gegenläufig wirkten Abschreibungen in Höhe von 24.894 T€ (Vorjahr: 24.443 T€).

Das Sachanlagevermögen setzt sich im Wesentlichen aus Grundstücken und Bauten in Höhe von 53.074 T€ (Vorjahr: 54.575 T€), technischen Anlagen und Maschinen in Höhe von 58.940 T€ (Vorjahr: 56.747 T€) sowie 280.048 T€ (Vorjahr: 264.742 T€) auf Mietereinbauten in das öffentliche Kanalnetz zusammen.

Das Eigenkapital blieb gegenüber dem Vorjahr konstant. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme) beträgt 10,1 % (Vorjahr: 10,1 %).

In dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten (Passiver RAP) sind die Forfaitierungsdarlehen abgebildet. Diese haben einen Anteil von 73,6 % (Vorjahr: 72,4 %) an der Bilanzsumme.

3.5Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3.5.1Personal und Soziales

Im Jahresdurchschnitt 2020 beschäftigte die Gesellschaft 383 Mitarbeiter*innen ohne passive Altersteilzeit (Vorjahr: 379 Mitarbeiter*innen). Dies entspricht 353 kostenwirksamen Vollzeitäquivalenten (Vorjahr: 347).

Am 31. Dezember 2020 standen 12 junge Mitarbeiter*innen in der Berufsausbildung (Vorjahr: 10 Mitarbeiter*innen). Ein Mitarbeiter*in wurde im Rahmen eines dualen Studiums beschäftigt (Vorjahr: 1 Mitarbeiter*in).

Den Arbeitsverhältnissen der Mitarbeiter*innen lagen folgende Tarifverträge zugrunde: Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), Überleitungstarifverträge vom 24. April 1997 und 5. Juni 1998 sowie weitere nachgeordnete Tarifverträge, zum Beispiel zum leistungsbezogenen Entgelt.

Die Gesundheitsquote hat sich mit einem Wert von 93,9 % (Vorjahr: 92,6 %) deutlich verbessert. Zur Stärkung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes hat die Gesellschaft 2018 einen Gesundheitsindex eingeführt, der insbesondere den Umsetzungsfortschritt der Gesundheitsmaßnahmen misst und damit die Handlungsorientierung der Führungskräfte erhöht. In diesem Rahmen wird seit 2018 eine Mitarbeiterbefragung zur Gesundheitskultur durchgeführt. Das Ergebnis der Befragung 2020 zeigt eine Steigerung auf 4,25 (Vorjahr: 4,07, Skala 1–5).

Im Jahr 2020 gab es einen meldepflichtigen Arbeitsunfall (Vorjahr: vier Unfälle) und einen Kontraktorenunfall (Vorjahr: drei Unfälle).

Qualifizierungsmaßnahmen und die damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten sind für hanseWasser ebenfalls wichtige Bestandteile, um Mitarbeiter*innen eine langfristige Perspektive im Unternehmen zu bieten. Sie sind ein entscheidender Faktor, um die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen einer modernen Abwasserwirtschaft nachhaltig zu meistern.

3.5.2Asset Management

Die deutsche Abwasserwirtschaft ist durch einen dauerhaft hohen Investitionsbedarf gekennzeichnet. Dadurch gewährleistet die Branche einen im internationalen Vergleich anerkannt hohen Standard der Abwasserentsorgung bei langfristiger Entsorgungssicherheit.

hanseWasser sichert durch Investitionen in das Kanalnetz und in die Anlagen dem Vertragspartner den nachhaltigen Erhalt dieser wichtigen Infrastruktur zu. Durch die Beteiligung an der Entwicklung moderner Prognosetools (z.B. Alterungsmodelle) und Methoden der Wirkungskontrolle ist hanseWasser stark verbunden mit der Branche, dem Markt und der Region.

Die Gesellschaft hat 2020 insgesamt 28.464 T€ (Vorjahr: 26.320 T€) investiert, die sich wie folgt gliedern:

  1. Investitionen in Netzanlagen: 17.446 T€ (Vorjahr: 18.543 T€):
    Für den 5. Investitionsrahmenplan Netz (Laufzeit 2019–2023) wurde mit dem Umweltbetrieb Bremen (UBB) ein Gesamtvolumen von 95,5 Mio. € (Sanierung, Erweiterung und Ausbau) abgestimmt. Nach Abschluss der Doppelmaßnahme aus Sammlerneubau und -renovierung eines Altbestandes in der Findorffstraße starteten 2020 zwei weitere Großbaumaßnahmen am Osterfeuerberger Ring und am Schwachhauser Ring. Diese Maßnahmen sollen zur Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit beitragen.
  2. Investitionen in Eigenanlagen: 9.532 T€ (Vorjahr: 6.521 T€):
    Die Investitionen in Eigenanlagen waren 2020 wieder geprägt von Maßnahmen, mit denen die vorhandene Bau- und Anlagentechnik saniert und zum Erhalt der Betriebssicherheit auf den Stand der Technik gebracht wurde. Nachdem in den letzten fünf Jahren größere Pumpwerke im Rahmen eines Sanierungsprogramms instandgesetzt wurden, fokussierten sich die Sanierungsmaßnahmen in 2020 auf die kleineren Pumpwerke ohne Becken. Mit der Sanierung der Rechenanlage und des Sandfanges am Standort der Kläranlage Seehausen wird nach Projektfertigstellung das Sanierungsprogramm im Bereich des Zulaufs abgeschlossen.
  3. Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung: 1.486 T€ (Vorjahr: 1.255 T€):
    Im Wesentlichen wurde in Nutzfahrzeuge und IT investiert. Insbesondere sind Datenverarbeitungs-Module im Rahmen des Klärschlammmanagements erweitert worden.

Zusätzlich zu den hier benannten Investitionen von 28.464 T€ werden rund 8.700 T€ (Vorjahr: etwa 8.600 T€) Instandhaltungsaufwendungen getätigt.

3.6Zertifizierung

Das Unternehmen ist seit neun Jahren als EMAS-Unternehmen anerkannt. Diese europaweite Auszeichnung für das Umweltmanagement wurde auch 2020 erfolgreich bestätigt. Das Zertifizierungsaudit fand trotz der Pandemiebedingungen termingerecht im Juni 2020 statt, teils in Präsenz und teils online.

Das Qualitäts- und Umweltmanagementsystem nach ISO 9001 und ISO 14001 wurde ohne Abweichung bestätigt. Des Weiteren wurde die bereits seit dem Jahr 2000 bestehende Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb erfolgreich fortgesetzt. Die QLA-Gütesicherung für die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung wurde bestätigt. Das Arbeitsschutzmanagementsystem wurde im Jahr 2020 zum ersten Mal nach der neuen Norm ISO 45001 zertifiziert und löst somit die Zertifizierung nach OHSAS 18001 ab.

Für die Prüfung und Wartung von Benzinabscheidern sowie die Dichtheitsprüfungen von Entwässerungsanlagen ist das Unternehmen weiterhin als Fachbetrieb nach dem Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG) zertifiziert.

3.7Beschaffung

Die Sicherstellung der Versorgung mit betriebsnotwendigen Materialien und Dienstleistungen sowie mit Produkten zum Schutz der Mitarbeiter*innen im Rahmen der Corona-Pandemie war neben dem Handling verzögerter Fertigungs- und Lieferzeiten und der prozessualen Umsetzung der Anforderungen der Pandemie die Herausforderung der Materialwirtschaft.

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Lieferantenmanagementsystems wurde der Prozess zur Lieferantenbeurteilung webbasiert neu aufgestellt und ist zukünftig die Grundlage für einen strukturierten Lieferantenentwicklungsprozess. Unterstützt wird dieser durch einen Prozess zur Auditierung von Lieferanten, diesbezüglich wurden dieses Jahr die Grundlagen erarbeitet und eine Testphase durchgeführt.

Mit der Umsetzung der unternehmensweiten Nachhaltigkeitsziele im Beschaffungsprozess wurde durch die Anpassung der allgemeinen Einkaufsbedingungen sowie durch die Einführung eines Verhaltenskodex für Lieferanten begonnen.

Zur digitalen Weiterentwicklung der materialwirtschaftlichen Prozesse wurde ein neues, modernes E-Commerce-System implementiert.

3.8Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft war trotz Corona-Pandemie auch in diesem Jahr stabil. hanseWasser geht davon aus, dass die rückläufigen Abwassermengen in der Industrie durch den Mehrverbrauch in den Haushalten kompensiert wurden.

Hohe Zinsaufwendungen für die langfristigen Rückstellungen, bedingt durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, belasten – wie prognostiziert – weiterhin das Ergebnis. Gegenläufig wirkt sich die anteilige Auflösung der Rückstellung der Deponie Edewecht, aufgrund geringerer Investitionsbedarfe, aus.

Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 18.450 T€ um rund 1.177 T€ über dem geplanten Ergebnis vor Steuern (17.273 T€). Dies resultiert im Wesentlichen aus höheren Mengen bei der Abwasserentsorgung und Einmaleffekten aus der Auflösung von Rückstellungen.

4Nachtragsbericht

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

5Risiko- und Chancenbericht

5.1Grundsätze des Risiko- und Chancenmanagements

Der Erfolg unternehmerischer Entscheidungen hängt wesentlich von einer zuverlässigen Beurteilung strategischer, marktbedingter und regulatorischer Risiken ab. Risiken sind dabei als die Möglichkeit des Eintretens interner oder externer Ereignisse zu verstehen, die das Erreichen der strategischen und operativen Ziele negativ beeinflussen. Chancen sind durch Sachverhalte gekennzeichnet, die eine signifikant positive Auswirkung auf das Erreichen der strategischen und operativen Ziele haben.

Der grundlegende risikopolitische Rahmen für die Geschäftstätigkeit der hanseWasser wird durch die Geschäftsführung vorgegeben. Darüber hinaus sorgt ein regelmäßiges Berichtswesen an die Entscheidungsgremien für Transparenz hinsichtlich des aktuellen Risikoprofils der hanseWasser und die kontinuierliche Überwachung dieser risikopolitischen Vorgaben.

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess erachtet hanseWasser solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Bilanzierung und die Gesamtaussage des Jahresabschlusses einschließlich des Lageberichts maßgeblich beeinflussen können.

Ansicht: Seehausen
Seehausen

5.2Prozess des Risiko- und Chancenmanagements

Das Risikomanagement basiert insbesondere auf einem ausgebauten Controlling mit monatlichen Berichterstattungen, die es erlauben, Risiken in der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu prognostizieren, zu identifizieren und zu überwachen. Eine wesentliche Unterstützungsfunktion nimmt das interne Kontrollsystem wahr.

hanseWasser versteht unter dem internen Kontroll- und Risikomanagementsystem ein integriertes System. Unter einem internen Kontrollsystem werden danach die von der Geschäftsführung eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die gerichtet sind auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen der Geschäftsführung

  • zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit einschließlich des Schutzes des Vermögens und der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen,
  • zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie
  • zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung.

Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle strategischen Geschäftsfelder eingebunden. Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sind in Geschäftsanweisungen niedergelegt, die in regelmäßigen Abständen an aktuelle externe und interne Entwicklungen angepasst werden sollen.

Die Gesellschaft hat darüber hinaus ein Risikomanagementsystem implementiert, das Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von wesentlichen Risiken sowie entsprechende risikobegrenzende Maßnahmen enthalten soll, um die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses sicherzustellen.

Basierend auf einem mehrjährigen Revisionsplan überprüft die interne Revision kontinuierlich Geschäftsprozesse und ihre Kontrollsysteme, wobei auch jährlich wiederkehrende Prüfungsthemen implementiert sind. Das Unternehmen verfolgt einen prozessorientierten Prüfungsansatz. Die Prüfungsleistungen werden entsprechend der Revisionsplanung teilweise durch externe Dienstleister erbracht. Die aus den Prüfungsergebnissen resultierenden Empfehlungen stellen im Wesentlichen prozessuale Optimierungen dar und werden in einen Maßnahmenplan überführt. Die Umsetzung der Empfehlungen wird durch die interne Revision verfolgt und in Stichproben geprüft.

5.3Risiken und Chancen

Die Leistungsverträge mit der FHB sind gebührenrechtskonform abgeschlossen, sodass aktuell keine bilanziellen Risiken für die hanseWasser erwartet werden.

Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen ist eine Klage eines Bremer Bürgers gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Bremen anhängig, in dem die Rechtmäßigkeit eines Entwässerungsgebührenbescheids aus 2010 beschieden worden ist. Der Kläger will gegen die FHB als Beklagte eine Aufhebung wegen angeblich überhöhter Gebührenforderungen erstreiten. Zwischenzeitlich hatte das Gericht einen Beweisbeschluss erlassen, in dem die im Wirtschaftsressort angesiedelte Preisbildungs- und Preisüberwachungsstelle Bremen zur Ermittlung des zulässigen Höchstpreises für die Abwasserbeseitigung durch die hanseWasser in den Jahren 2009 und 2010 aufgefordert wird. Da auf Betreiben von Kläger und Beklagter dieses Verfahren jedoch vorläufig ruht, ist auch die Durchführung der Preisprüfung zunächst ausgesetzt worden. Die Ruhendstellung steht im Zusammenhang mit einem parallel ebenfalls vor dem OVG anhängigen und von demselben Kläger angestrengten Normenkontrollantrag gegen das Entwässerungsgebührenortsgesetz. Dieses Verfahren greift wie das Anfechtungsverfahren ebenfalls die Gebührensatzhöhe an. Der Kläger strebt zu diesem Zweck auch hier ein Preisprüfungsverfahren an. Eine Entscheidung darüber wurde noch nicht getroffen.

Die Höhe der Abwassereinleitungen sind im Wesentlichen abhängig von der Bevölkerungsentwicklung, von Gewohnheiten und Nutzungsverhalten von Privathaushalten und Gewerbe sowie von der wirtschaftlichen Entwicklung von Industrie und Gewerbe. Des Weiteren von Witterungseinflüssen, die für die Zukunft schwer zu prognostizieren sind. Auf mittlere Sicht wird ein durch technische Weiterentwicklung induzierter leichter Rückgang der Wassernutzung, kombiniert mit einer leicht positiven Bevölkerungsentwicklung, erwartet, sodass im Ergebnis mit relativ konstanten, abrechnungsfähigen Abwassermengen zu rechnen ist. Es sind derzeit keine Indizien erkennbar, die für das kommende Jahr eine wesentliche Abweichung der Mengenentwicklung von den im Wirtschaftsplan hinterlegten Ansätzen erkennen lassen.

Es besteht ein Risiko für die Nichteinhaltung der abwasserabgaberechtlichen Überwachungswerte. hanseWasser begrenzt dieses Risiko durch eine kontinuierliche Überwachung und Beprobung der Anlagen.

Im Geschäftsjahr 2017 wurde durch die FHB die Einordnung von Maßnahmen als Investitionen bzw. Anschaffungs- oder Herstellungskosten zur Diskussion gestellt. Im Kern stellte sich heraus, dass die FHB eher allgemeine steuerliche Betrachtungen anstellt, nach denen höhere Aggregierungen für den Wirtschaftsgutbegriff vorzunehmen seien. Die Aktivierungspraxis der Vergangenheit verknüpfte FHB auch mit dem Forfaitierungsmodell und der Frage der Berücksichtigung von Restbuchwerten bei Einredeverzichtserklärungen für anstehende Forderungskaufverträge. Zwecks Risikominimierung im Hinblick auf Rückkaufwerte im Heimfall und auf das Restbuchwertvolumen für künftige Forderungskaufverträge hat hanseWasser intensiv an einer Anpassung des Designs von aktuellen und zukünftigen Sanierungsvorhaben sowie an weiteren Verabredungen mit der FHB gearbeitet.

Zwischenzeitlich wurde eine Vereinbarung zum Umgang mit § 29 (4) des Leistungsvertrags I (LV) unterzeichnet. Ein Bestandteil ist die Fixierung des neuen Prozederes zur Gestaltung von Investitionen im Eigenanlagenbereich. Rückkaufwerte für Investitionen ab etwa 2019 können damit als hochgradig sicher gewertet werden. Ein weiterer Bestandteil ist die informelle Aufarbeitung in der Vergangenheit liegender Projekte für UBB.

Wirtschaftlich belastend ist die Entwicklung bei den Entsorgungskosten für Klärschlamm. Durch die kontinuierliche Entwicklung in Richtung thermischer Entsorgung muss die Gesellschaft auch in Zukunft mit steigenden Entsorgungskosten rechnen. Die HVE plant mit Partnern den Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage. Es wird erwartet, dass die hanseWasser den Klärschlamm Ende 2022 ff. darüber entsorgen kann.

Aufgrund der immer stärkeren Durchdringung der Digitalisierung in den Geschäftsprozessen sind diese von einer sicheren, verlässlichen und widerstandsfähigen Informationsverarbeitung abhängig. Risiken für die Informationssicherheit gewinnen daher sowohl aus Unternehmenssicht als auch aus gesetzlicher Sicht zunehmend an Bedeutung. Wesentliches Ziel der Funktion für Informationssicherheit ist daher der angemessene Umgang mit Informationen und Daten gemäß den Schutzbedarfen, um eine effektive, gesamthafte Steuerung von Informationssicherheitsrisiken sicherzustellen. Darüber hinaus können sich aus dieser Entwicklung heraus auch Möglichkeiten für veränderte Geschäftsmodelle ergeben, die für die hanseWasser neue Chancen eröffnen.

Das Zinsniveau verharrt derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau. Ein nochmaliger Zinsrückgang würde zu Mehrbelastungen im Zinsergebnis hinsichtlich der langfristigen Rückstellungen führen. Diese Effekte würden sich bei steigenden Zinssätzen erst mittel- bis langfristig langsam wieder umkehren. Auf der anderen Seite wäre ein Zinsrückgang mit Entlastungen bei den Finanzierungszinsen verbunden.

Zur Identifikation möglicher Effizienzpotenziale werden zahlreiche Benchmarking-Vergleiche und das Projekt Enterprise eingesetzt. Diese liefern stetig neue Impulse, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Unternehmens weiterzuentwickeln.

Chancen für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation werden in der Entwicklung der Umsatzerlöse gesehen, die im Wesentlichen durch den Ausbau des Produktportfolios und die Gewinnung von Neukunden realisiert werden sollen.

5.4Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Im Rahmen des Risikomanagements wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens im Geschäftsjahr 2020 gefährdet haben bzw. darüber hinaus gefährden könnten.

6Prognosebericht

6.1Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Corona-Krise zeigte und zeigt, welche Bedeutung die zuverlässige Abwasserentsorgung hat. Diese Leistungen werden alltäglich genutzt. Sie sind elementar für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Und sie funktionieren bestens und auf einem sehr hohen Niveau – auch im europäischen und internationalen Vergleich. Die Entsorgungssicherheit wird auch in der Zukunft verlässlich sichergestellt. Zu den Herausforderungen zählen unter anderem:

Klimatische Veränderungen/Klimafolgen: Die messbare Zunahme von Wetterextremen in Form von länger andauernden Hitzeperioden, Extremniederschlägen innerhalb kurzer Zeiträume oder starken Stürmen und daraus entstehenden Hochwassersituationen an den Küsten fordert zu neuen Anpassungsstrategien heraus. Aber auch der tiefgreifende Strukturwandel wie zum Beispiel in der Energiebranche, der demografische Wandel und die Digitalisierung führen zu Umbrüchen und Veränderungen.

Weitergehende Abwasserreinigung/Vierte Reinigungsstufe: Die Verunreinigung der Trinkwasserressourcen durch menschengemachte Schadstoffeinträge sowie der Eintrag von anthropogener Spurenstoffe (z.B. Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte), Nährstoffen, Mikroplastik, multiresistenten Keimen und anderen Stoffen in den Gewässern nimmt stetig zu. Eine vierte Reinigungsstufe für Kläranlagen geht über das Niveau "Stand der Technik“, das im Wasserhaushaltsgesetz für die Abwasserreinigung gefordert ist, hinaus und bezeichnet eine ganze Reihe verschiedener Optionen der Filtration. Sofern diese Maßnahmen kosteneffizient dargestellt werden können, leisten diese einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz.  

Vermeidungsmaßnahmen und Einsatzbeschränkungen bei der Herstellung und beim Gebrauch von Produkten sind einer zusätzlichen Abwasserbehandlung vorzuziehen. Entsprechende rechtliche Vorgaben können im Wesentlichen nur auf EU- bzw. Bundesebene festgelegt werden. Gemeinsames Ziel von Politik und Wasserwirtschaft muss es sein, die mit dem Erhalt der Infrastruktur verbundenen Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig die Anstrengungen der Branche noch stärker als bisher im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

In den kommenden Jahren ist im Rahmen der Energiewende mit der Stilllegung weiterer Braun- und Steinkohlekraftwerke zu rechnen. Die Mitverbrennung von Klärschlämmen in Kohlekraftwerken stellt bisher neben der Landwirtschaft ebenfalls einen wesentlichen Entsorgungsweg dar. Aktuell wurden hier weitere Kapazitäten geschaffen, sodass derzeit und voraussichtlich bis 2028 ausreichend Entsorgungskapazitäten zur Verfügung stehen. Bis 2029 werden Mitverbrennungskapazitäten sukzessive durch die höherwertige Monoverbrennung abgelöst.

6.2Erwartete Geschäftsentwicklung

Im Koalitionsvertrag wurde festgelegt, dass sich die FHB mit dem Leistungsvertragsende im Bereich Abwasser beschäftigt. Seitens hanseWasser wurde im Jahr 2020 ein Projekt aufgelegt, das sich ebenfalls mit der Zukunft von hanseWasser beschäftigt. In diesem Rahmen wird die erfolgreiche bisherige Zusammenarbeit mit den Gesellschaftern beleuchtet und eine gemeinsame Zukunft betrachtet.

In den Jahren 2021 und 2022 wird hanseWasser gemeinsam mit dem Umweltbetrieb und der für die Wasserwirtschaft zuständigen Behörde die in der Roadmap zur weitergehenden Abwasserreinigung definierten Maßnahmen umsetzen. Diese beinhalten insbesondere ein Messprogramm für anthropogene Spurenstoffe in der Weser und der Kläranlage Seehausen. Für die Mischwassereinleitungen wird eine Schmutzfrachtsimulation durchgeführt. Bei der Regenwasserbehandlung sollen im Rahmen von Pilotprojekten neue Behandlungsverfahren erprobt werden. Diese und weitere Maßnahmen haben zum Ziel, die fachlichen Grundlagen für eine Bewertung der Ist-Situation zu schaffen und basierend darauf zu einer Entscheidung über eine mögliche Erweiterung der Abwasseranlagen zu kommen.

Basierend auf den Nachhaltigkeitskriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), finden sich in dem Bericht viele Aspekte zu Aktivitäten der hanseWasser in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft. Für hanseWasser beinhaltet das Thema aber noch mehr. Denn die Geschäftstätigkeit des Unternehmens ist per Definition auf Nachhaltigkeit ausgelegt. hanseWasser spielt eine elementare Rolle für die Lebensqualität und die Gesundheit der Bürger. Die Beschäftigung mit dem Thema hat nicht nur die Stärken aufgezeigt, sondern auch, in welchen Bereichen noch Entwicklungspotenzial besteht. Deshalb nutzt hanseWasser den Bericht zukünftig auch als strategisches Instrument, für eine kontinuierliche Verbesserung.

Für das Jahr 2021 erwartet die Gesellschaft Umsatzerlöse auf dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres. Wichtige Aufwandspositionen wie Abschreibungen, Personal und Material werden steigen. Aufgrund des anhaltenden, niedrigen Zinsniveaus sinken jedoch die Zinsaufwendungen für die Forfaitierung, während die Aufwendungen aus der Abzinsung von langfristigen Rückstellungen auf einem konstant hohen Niveau bleiben werden.

hanseWasser erwartet aus den zuvor genannten Gründen für das Jahr 2021 ein um ca. 2.531 T€ geringeres Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 15.919 T€.

7Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Gesellschafter

Der Aufsichtsrat der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2020

Timo Poppe, Vorsitzender
Vorstand Infrastruktur und Finanzen der swb AG, Bremen

Dr. Dirk Waider
Mitglied des Vorstands der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen

Staatsrat Ronny Meyer
Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Monika Dünnbier (ab 09.06.2020)
Betriebsratsvorsitzende der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Hubertus Ulbrich (bis 08.06.2020)
Betriebsratsvorsitzender der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Klaus Budzin
Stellv. Vorsitzender des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Frank Penning
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Peter Fahsing
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Die Geschäftsführung der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2020

Jörg Broll-Bickhardt
Ekkehart Siering

Die Gesellschafterstruktur

Ansicht: Hafenkante
Hafenkante

Jahresabschluss 2020

1Bilanz

Bilanz

zum 31. Dezember 2020

Aktiva

 31.12.20
EUR
31.12.19
EUR
A. Anlagevermögen  
I. Immaterielle Vermögensgegenstände  
1. Entgeltlich erworbene EDV-Programme376.842,37457.982,95
2. Entgeltlich erworbenes Nutzungsrecht für das öffentliche Kanalnetz und sonstige Nutzungsrechte62.004.220,7869.745.002,43
 62.381.063,1570.202.985,38
II. Sachanlagen  
1. Grundstücke und Bauten 53.074.170,6754.575.109,46
2. Abwassersammlungsanlagen (Eigenanlagen)3.917.962,254.120.850,43
3. Mietereinbauten in das öffentliche Kanalnetz280.047.736,37264.741.989,80
4. Technische Anlagen und Maschinen58.939.845,5356.747.193,40
5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung4.563.361,414.212.399,55
6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau19.805.197,1724.599.269,77
 420.348.273,40408.996.812,41
III. Finanzanlagen  
1. Beteiligungen4.000,004.000,00
 482.733.336,55479.203.797,79
B. Umlaufvermögen  
I. Vorräte  
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe761.046,49676.821,32
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände  
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen14.586.262,5318.129.794,81
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen1.230.996,262.239.854,93
3. Forderungen gegen Gesellschafter1.555.012,854.736.407,02
4. Sonstige Vermögensgegenstände2.287.880,521.147.588,08
 19.660.152,1626.253.644,84
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten499.956,06127.773,19
 20.921.154,7127.058.239,35
C. Rechnungsabgrenzungsposten7.059.762,427.804.911,12
 510.714.253,68514.066.948,26

Passiva

 31.12.20
EUR
31.12.19
EUR
A. Eigenkapital  
I. Gezeichnetes Kapital25.564.594,0625.564.594,06
II. Kapitalrücklage26.209.845,5926.209.845,59
 51.774.439,6551.774.439,65
B. Rückstellungen  
1. Rückstellungen für Pensionen 1.367.150,071.216.234,50
2. Sonstige Rückstellungen29.415.787,4630.212.362,37
 30.782.937,5331.428.596,87
C. Verbindlichkeiten  
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten5.895.248,864.281.193,90
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen1.531.509,461.354.137,15
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen637.935,22934.848,59
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern43.510.478,4351.062.075,02
5. Sonstige Verbindlichkeiten
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 95.118,43; Vorjahr € 90.966,98)
914.945,78879.967,34
 52.490.117,7558.512.222,00
D. Rechnungsabgrenzungsposten375.666.758,75375.666.758,75
 510.714.253,68514.066.948,26

2Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020

 2020
EUR
2019
EUR
1. Umsatzerlöse98.141.952,3896.821.607,58
2. Andere aktivierte Eigenleistungen3.818.163,683.536.533,15
3. Sonstige betriebliche Erträge2.755.537,605.590.551,80
4. Materialaufwand  
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe-4.321.954,59-4.347.675,82
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen-13.379.500,38-14.804.350,06
 -17.701.454,97-19.152.025,88
5. Personalaufwand  
a) Gehälter und Bezüge-22.278.965,05-21.471.558,22
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
(davon für Altersversorgung € 1.698.191,90; Vorjahr € 1.770.127,59)
-5.974.340,29-5.914.663,47
 -28.253.305,34-27.386.221,69
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen-24.894.055,35-24.443.437,96
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen-6.965.117,64-7.641.328,71
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
(davon aus verbundenen Unternehmen € 31.498,56; Vorjahr € 66.796,82)
33.279,9867.070,49
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
(davon an verbunde Unternehmen € 1.215,48; Vorjahr € 116,67)
(davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen € 2.974.966,47; Vorjahr € 2.371.874,93)
-8.486.403,58-8.071.284,99
10. Ergebnis vor Steuern18.448.596,7619.321.463,79
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
(davon Steuerumlagen € 6.336.581,44; Vorjahr € 6.758.427,13)
-6.372.420,67-6.794.265,51
12. Ergebnis nach Steuern12.076.176,0912.527.198,28
13. Sonstige Steuern-324.569,12-265.267,95
14. Ausgleichszahlung gemäß Ergebnisabführungsvertrag-192.501,39-192.501,39
15. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn-11.559.105,58-12.069.428,94
16. Jahresüberschuss (+)0,000,00

3Kapitalflussrechnung

Kapitalflussrechnung

 2020
TEUR
2019
TEUR
1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit  
Periodenergebnis11.75212.262
Abschreibungen (+) auf Gegenstände des Anlagevermögens24.89424.443
Abnahme (-) der Rückstellungen-3.721-4.249
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Anlageabgängen-1889
Abnahme (+) /Zunahme (-) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva7.255-5.521
Abnahme (-) / Zunahme (+) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und  Leistungen sowie anderer Passiva-6.3557.409
Zinsaufwendungen (+) 8.4538.242
Ertragsteueraufwand (+) (aus Steuerumlagen)6.3726.794
 48.63249.469
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit  
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens6052
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens00
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen-28.408-26.200
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen-56-120
Erhaltene Zinsen (+) 3267
 -28.372-26.201
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit  
Auszahlungen (-) an Gesellschafter-12.262-12.159
Auszahlungen (-) an Gesellschafter für Steuerumlagen-6.794-6.945
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Forfaitierungsdarlehen-24.186-24.959
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von Forfaitierungsdarlehen27.50027.500
Gezahlte Zinsen (-) -5.760-5.838
 -21.502-22.401
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode  
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensummen 1 - 3)-1.242867
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode-4.153-5.020
 -5.395-4.153
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds  
Liquide Mittel500128
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten-5.895-4.281
 -5.395-4.153
Ansicht: Farge
Farge